Unsere BauernhofkitaMit allen Sinnen die Welt entdecken.

Wissen · Verständnis · Gemeinsam weitergehen

Kinder verstehen.
Eltern stärken.

Manchmal fordert der Familienalltag viel Kraft. Hier findet ihr Orientierung, kleine Schritte für den Alltag und Wege zu Unterstützung. Mit einem liebevollen Blick auf euer Kind – und auf euch.

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Was hilft im Alltag? Themen entdecken

Jedes Kind gehört dazu

Hinter dem Verhalten steht ein Kind.

Ein Kind ist mehr als das, was gerade schwierig ist. Wir möchten gemeinsam verstehen, was es bereits kann, was es belastet und welche Unterstützung es braucht. Erziehung, Entwicklung, Gesundheit und Lebensumstände können zusammenspielen. Eine Schuldzuweisung hilft dabei nicht weiter.

Euer Ansprechpartner: Fred Freese

Als Erzieher und ADHS-Elterntrainer bringe ich meine pädagogische Erfahrung in den Austausch mit Familien ein. Sprecht mich in der Kita gerne an, wenn ihr Beobachtungen besprechen möchtet. Medizinische Diagnostik und Behandlung gehören in die Hände entsprechend qualifizierter Fachleute.

Seit dem Jahr 2000 beschäftige ich mich intensiv mit ADHS. Der Austausch mit betroffenen Familien und Fachleuten hat meinen Blick geprägt: Wir brauchen Verständnis für Belastungen, einen Blick für Stärken und passende Unterstützung.

Kontakt zur Kita · Meine ADHS-Seite kennenlernen

Verständlich eingeordnet

Verschiedene Themen. Individuelle Bedürfnisse.

Die Begriffe auf dieser Seite beschreiben unterschiedliche Dinge: Entwicklungsbesonderheiten, Lernstörungen, Begabung oder beobachtetes Verhalten. Sie können sich überschneiden. Kein Kind muss alle genannten Merkmale zeigen.

Zum Lesen ein Thema aufklappen.

ADHS und ADS – Aufmerksamkeit und Impulse

Bei ADHS können Aufmerksamkeit, Impulssteuerung und Aktivitätsregulation deutlich erschwert sein. „ADS“ wird häufig für eine vorwiegend unaufmerksame Ausprägung ohne auffällige Hyperaktivität verwendet. Auch stille, verträumte Kinder können Unterstützung benötigen.

Einzelne unruhige Tage oder lebhaftes Spielen reichen für eine Diagnose nicht aus. Fachleute betrachten Entwicklung, Dauer, Belastung und verschiedene Lebensbereiche und prüfen andere Erklärungen.

Im Alltag ausprobieren

  • Eine kurze Aufgabe geben und Zeit zum Reagieren lassen.
  • Abläufe sichtbar machen: anziehen, frühstücken, losgehen.
  • Bewegungspausen einplanen und gelungene Schritte konkret würdigen.

Qualifiziertes Elterntraining kann Teil der Unterstützung sein. Welche Behandlung passt, wird individuell mit Fachleuten entschieden.

Weiterlesen: ADHS · Bundesgesundheitsportal

Autismus-Spektrum – einschließlich des Begriffs Asperger

Autistische Kinder können Kommunikation, soziale Situationen, Veränderungen und Sinneseindrücke anders erleben. Manche brauchen viel Vorhersehbarkeit oder haben intensive Interessen. Wie viel Unterstützung jemand benötigt, ist sehr unterschiedlich.

„Asperger-Syndrom“ ist eine ältere diagnostische Bezeichnung und für manche Menschen weiterhin Teil ihrer Selbstbeschreibung. Heute wird zunehmend vom Autismus-Spektrum gesprochen. Autismus entsteht nicht durch fehlende Zuwendung.

Unterstützung passend gestalten

  • Veränderungen früh ankündigen, Bilder oder klare Worte nutzen.
  • Rückzug und alternative Kommunikation ermöglichen.
  • Blickkontakt und Berührungen nicht erzwingen.
  • Bei Überlastung Reize und Anforderungen verringern; Sicherheit und Ruhe geben.

Starke Überlastung ist kein zuverlässiger Hinweis auf absichtlichen Ungehorsam. Eine einzelne Eigenschaft erlaubt keine Diagnose.

Weiterlesen: Autismus verstehen · IQWiG · Autistische Menschen unterstützen · IQWiG

Wahrnehmung und Reizverarbeitung

Geräusche, Kleidung, Gerüche oder Berührungen können Kinder sehr unterschiedlich belasten. „Wahrnehmungsstörung“ ist kein passender Sammelbegriff für ADHS, Autismus und Lernstörungen. Beschreibt zunächst konkret, was schwierig ist.

Beobachten statt vorschnell einordnen

  • Ist es beim Essen laut? Stört eine Naht? Ist die Garderobe eng?
  • Einen ruhigeren Platz oder angenehmere Kleidung anbieten.
  • Unangenehme Reize nicht als Mutprobe erzwingen.

Bei anhaltenden Schwierigkeiten kinderärztlich besprechen, ob beispielsweise Hören, Sehen, Motorik oder die weitere Entwicklung untersucht werden sollten. Ob eine Therapie sinnvoll ist, hängt vom Befund ab.

Weiterlesen: Entwicklungsauffälligkeiten · BIÖG

Hochbegabung – besondere Lernpotenziale

Hochbegabung beschreibt ein besonders hohes intellektuelles Potenzial und ist keine Krankheit. Sie bedeutet nicht automatisch, dass ein Kind in jedem Bereich weit voraus ist oder Schwierigkeiten hat. Interessen, Leistung und Entwicklung können sehr unterschiedlich ausfallen.

Viele Fragen, ein großer Wortschatz oder Langeweile beweisen keine Hochbegabung. Bei einer konkreten Fragestellung kann qualifizierte psychologische Begabungsdiagnostik helfen.

Was Eltern anbieten können

  • Interessen vertiefen: forschen, erzählen, konstruieren, gemeinsam nach Antworten suchen.
  • Anspruchsvolle Angebote ermöglichen, ohne Leistungsdruck aufzubauen.
  • Spiel, Freundschaften und altersgerechte emotionale Begleitung ebenso ernst nehmen.

Eine hohe Begabung schließt ADHS oder Lernschwierigkeiten nicht aus.

Weiterlesen: Hochbegabung verstehen · Karg-Stiftung

Legasthenie / LRS – Lesen und Schreiben

Legasthenie bezeichnet ausgeprägte, anhaltende Schwierigkeiten beim Lesen und/oder Rechtschreiben. Sie lässt sich nicht einfach durch mangelnden Fleiß erklären. Die Bezeichnung „LRS“ wird im Alltag und in der Schule unterschiedlich verwendet.

Im Kitaalter lässt sich aus vertauschten Buchstaben oder spiegelverkehrtem Schreiben allein keine Legasthenie ableiten. Eine fachliche Abklärung berücksichtigt Alter, Lerngelegenheiten und den Verlauf des Schriftspracherwerbs.

Entlastend begleiten

  • Vorlesen, Geschichten erzählen und Reime spielerisch entdecken.
  • Anstrengung anerkennen und Beschämung vermeiden.
  • Bei anhaltenden schulischen Schwierigkeiten früh mit Schule und geeigneten Fachstellen sprechen.

Förderung sollte gezielt an den Schwierigkeiten ansetzen. Allgemeine Konzentrationsübungen ersetzen keine passende Lernförderung.

Weiterlesen: Legasthenie · BVL · Beratung in Mecklenburg-Vorpommern · LVL

Dyskalkulie – Rechnen und Mengen verstehen

Bei einer Rechenstörung sind grundlegende mathematische Fähigkeiten anhaltend erschwert. Dazu können das Verständnis von Mengen und Zahlen und das Erlernen von Rechenoperationen gehören. Einzelne Fehler oder langsames Zählen belegen keine Dyskalkulie.

Spielerische Erfahrungen ermöglichen

  • Beim Tischdecken zuordnen: ein Becher für jedes Kind.
  • Mit Würfeln spielen und Mengen vergleichen, ohne Zeitdruck.
  • Bei anhaltenden Schulproblemen eine fachliche Abklärung und gezielte Förderung anstoßen.

Vergleiche mit Geschwistern helfen wenig. Entscheidend ist, an welchem Lernschritt das Kind Unterstützung benötigt.

Weiterlesen: Dyskalkulie · BVL · Beratung in Mecklenburg-Vorpommern · LVL

Wut, Rückzug, Ängste und soziale Schwierigkeiten

Herausforderndes Verhalten beschreibt zunächst eine Beobachtung. Es ist noch keine Diagnose. Entwicklungsschritte, Belastungen und psychische Probleme können sich unterschiedlich zeigen. Auch leise Kinder verdienen Aufmerksamkeit.

Hilfreiche Fragen

  • Seit wann hat sich etwas verändert? In welchen Situationen?
  • Wovor könnte das Kind Angst haben? Was gelingt ihm gut?
  • Wie erlebt die Kita das Kind? Was sagt das Kind selbst?

Wenn Ängste, Rückzug oder Aggressionen anhalten, stark belasten oder die Teilhabe einschränken, holt Unterstützung. Bei Verlust bereits erworbener Fähigkeiten bitte zeitnah kinderärztlichen Rat suchen.

Weiterlesen: Emotionale Entwicklung · BIÖG · Psychische Probleme · BIÖG · Entwicklungsauffälligkeiten · BIÖG

Kleine Schritte, die ihr ausprobieren könnt

Mehr Halt im Familienalltag

Die folgenden Beispiele sind pädagogische Anregungen. Passt sie an Alter, Kommunikation und Bedürfnisse eures Kindes an. Verändert zunächst eine Sache und schaut gemeinsam, ob sie entlastet.

01

Kontakt aufnehmen

Geht in die Nähe, sprecht ruhig und gebt Zeit. Blickkontakt ist keine Voraussetzung fürs Zuhören. Prüft, ob euer Kind die Botschaft verstanden hat.

02

Klar und machbar sprechen

„Stell bitte die Schuhe ins Regal.“ Eine Aufgabe ist leichter zu überblicken als mehrere Anweisungen zugleich. Bilder oder Vormachen können helfen.

03

Übergänge vorbereiten

„Noch einmal rutschen, dann gehen wir.“ Wiederkehrende Abläufe und eine kleine Auswahl geben Orientierung: „Möchtest du die rote oder die blaue Jacke?“

04

Gelungenes sehen

„Du hast gewartet, bis ich fertig war. Das hat uns geholfen.“ Würdigt Anstrengung und kleine Fortschritte. Zuwendung gibt es auch, wenn etwas misslingt.

05

Grenzen ruhig halten

„Du bist wütend. Ich lasse nicht zu, dass du haust.“ Schützt alle Beteiligten, schafft Abstand zu Gefahren und bleibt möglichst ruhig. Erklären und Lösungen suchen folgen später.

06

Eltern entlasten

Vereinbart Unterstützung und Pausen. Wenn ihr laut geworden seid, könnt ihr Verantwortung übernehmen: „Das war zu laut. Es tut mir leid. Wir versuchen es noch einmal.“

Weiterlesen: Emotionale Entwicklung · BIÖG · Autistische Menschen unterstützen · IQWiG

Wenn gerade alles zu viel wird

  1. Sicherheit herstellen: Gefährliche Dinge wegräumen und andere Kinder schützen.
  2. Weniger reden, weniger Reize: Ruhige Umgebung und kurze Sätze anbieten.
  3. Begleiten: Nähe anbieten, Abstand respektieren und kein Festhalten zur Beruhigung erzwingen.
  4. Später nachdenken: Was ging voraus? Welche frühere Hilfe könnte nächstes Mal passen?

Bei unmittelbarer Gefahr oder einem medizinischen Notfall: 112.

Aus Freds langjähriger ADHS-Arbeit

Verständnis verbindet. Gemeinsam wird vieles leichter.

Auf meiner Website ads-gruppe.de beschreibe ich meinen Weg zur Beschäftigung mit ADHS sowie die Arbeit des ADHS Förderkreises. Drei Gedanken daraus sind mir auch für unsere Kita besonders wichtig.

Eltern brauchen ein offenes Ohr

Wer im Familienalltag an Grenzen kommt, braucht Raum, um Sorgen auszusprechen. Ein verständnisvoller Austausch kann entlasten und neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Unterstützung zu suchen ist ein Schritt nach vorn.

Informationen zur Selbsthilfegruppe

Stärken und Zugehörigkeit fördern

Die auf meiner Seite vorgestellte Ferienlagerarbeit stellt Gemeinschaft, Freundschaften und das Selbstwertgefühl der Kinder in den Mittelpunkt. Für unseren Alltag nehmen wir daraus mit: Kinder brauchen Gelegenheiten, etwas zu schaffen, miteinander zu spielen und sich zugehörig zu fühlen.

Einblick in die Ferienlagerarbeit

Eine gemeinsame Richtung finden

Ein weiterer Schwerpunkt meiner Erfahrungen ist die Zusammenarbeit von Eltern, pädagogischen und behandelnden Fachkräften. Ein erster Schritt kann ein kleines gemeinsames Ziel sein: zum Beispiel das Ankommen am Morgen zu erleichtern. Anschließend schauen wir, welche Unterstützung dem Kind tatsächlich hilft.

Stärken würdigen und Belastungen ernst nehmen: ADHS ist eine anerkannte Störung der neurologischen Entwicklung. Positive Eigenschaften sind individuell; ADHS bedeutet weder automatisch Hochbegabung noch ist es durch Erziehungsfehler verursacht. Die Entstehung ist komplex und lässt sich nicht mit einem pauschalen Mangel an Botenstoffen erklären.

Persönliche Perspektive: Fred Freese · ADHS Förderkreis. Medizinische Einordnung: Bundesgesundheitsportal · ADHS.

Die verlinkten Vereinsseiten enthalten auch ältere Berichte. Aktuelle Angebote, Treffzeiten und freie Plätze bitte direkt bei Fred Freese erfragen.

Ein Gespräch gut vorbereiten

Beschreiben statt bewerten

Kurze Notizen können Muster sichtbar machen. Sie sollen Verständnis ermöglichen und keine Beweise gegen das Kind sammeln.

Beispiel für eine sachliche Beobachtung
FrageBeispiel
Was war vorher?Abholen nach einem lauten Nachmittag, Wechsel in die volle Garderobe.
Was war zu sehen?Hielt sich die Ohren zu, weinte und zog die Jacke wieder aus.
Wie lange, wie belastend?Etwa zehn Minuten; Anziehen war zunächst nicht möglich.
Was half?Ruhiger Nebenraum und etwas Zeit vor dem nächsten Versuch.
Was gelang?Zeigte selbst auf den Nebenraum und zog dort die Jacke an.

Notiert auch gute Situationen, Schlaf, mögliche Schmerzen und die Sicht des Kindes. Private Notizen bleiben bei euch; auf dieser Seite werden keine Beobachtungsdaten eingegeben oder gespeichert.

Ihr müsst nicht alles allein lösen

Wann und wo Unterstützung sinnvoll ist

Ein Gespräch ist sinnvoll, wenn die Schwierigkeiten anhalten, deutlich zunehmen, das Kind leidet oder Spiel, Lernen, Freundschaften und Familienalltag stark eingeschränkt sind. Ihr braucht keine fertige Vermutung, um Hilfe zu suchen.

  1. Mit der Kita sprechen

    Beobachtungen und Stärken aus verschiedenen Situationen zusammentragen. Ein konkretes gemeinsames Ziel vereinbaren.

  2. Kinderärztlich abklären

    Entwicklung und mögliche körperliche Ursachen besprechen. Notizen und vorhandene Berichte mitbringen. Bei Verlust von Sprache oder anderen bereits erworbenen Fähigkeiten zeitnah einen Termin vereinbaren.

  3. Passende Fachstelle finden

    Je nach Frage kommen Frühförderung, ein Sozialpädiatrisches Zentrum, Kinder- und Jugendpsychiatrie oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie infrage. Die Kinderarztpraxis kann zu Zugangswegen beraten. Erziehungs- und Familienberatungsstellen unterstützen auch ohne Diagnose.

  4. Unterstützung abstimmen

    Mit Einverständnis der Sorgeberechtigten können Kita und behandelnde Fachstellen alltagstaugliche Hilfen abstimmen. Überprüft gemeinsam, was wirklich hilft.

Weiterlesen: Entwicklungsauffälligkeiten · BIÖG · Psychische Probleme · BIÖG

Zum Weiterlesen

Quellen und fachliche Orientierung

Die Texte sind eine eigenständig formulierte, allgemeine Zusammenstellung. Grundlage sind die unten verlinkten Informationsangebote; die Alltagssätze und Beispiele sind pädagogische Anregungen, keine geprüften Behandlungsprogramme.

Zusammengestellt am 18.10.2026 · Version 1.2. Individuelle Empfehlungen können von diesen allgemeinen Informationen abweichen.

Verstehen beginnt mit Zuhören.

Gemeinsam schauen wir auf die Stärken eures Kindes – und auf den nächsten kleinen Schritt.

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